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REBECCA FALK

Violoncello

Rechtshändercello
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Foto: © privat

Rebecca Falk, Cellistin

Rebecca Falk (*1998 in Freiburg) erhielt im Alter von 5 Jahren ihren ersten Cellounterricht und mit 7 Jahren ihren ersten Klavierunterricht. Von 2013 bis 2017 war Rebecca Falk Jungstudentin an der Musikhochschule Freiburg und hatte in ihren Hauptfächern Violoncello und Klavier Unterricht bei Beverley Ellis, Prof. Elena Cheah und Prof. Christoph Sischka.Seit Oktober 2017 studiert Rebecca Falk bei Prof. Troels Svane an der Musikhochschule in Lübeck. Rebecca Falk gewann mit ihrem Cellospiel zahlreiche Preise.

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Im Interview mit Linksgespielt

16. August 2021

 Wie beschreibst du deine Händigkeit? 

Ich bin eher schwach linkshändig ausgeprägt. In meiner Vergangenheit habe ich viele Dinge abwechselnd mit beiden Händen gemacht.

Hast du deine Instrumente von Anfang an „linksrum“ gelernt?

Nein ich habe bis vor einem Jahr nur „rechtsrum“ Cello gespielt. 

Da ich niemanden kannte, der ein Linkshänderinstrument spielte, stellte sich für mich nie die Frage, ob vielleicht ein Linkshändercello passender wäre. Dabei hatte ich von Beginn an starke technische Probleme mit der Bogenhand.

 

Wann hast du umgelernt und weshalb?

Durch Schmerzen in einem Finger der linken Hand habe ich im Sommer 2020 während meines Bachelorstudiums gemeinsam mit meinem Professor Troels Svane beschlossen, mit dem Linkshändercello anzufangen, da beim Linkshändercello dieser Finger eine andere Funktion hat, bei der er nicht schmerzt.

Bitte erzähl uns mehr über deine Herangehensweise und den Umlernprozess.

Ich habe zum Anfang mit sehr vielen technischen Trockenübungen begonnen. Das tat mir sehr gut, weil ich dann nicht so viel hören musste, wie schlecht das klingt, sondern mir vorstellen konnte, wie gut es klingen könnte. Das bedeutet, ich machte sehr viele Bogentrockenübungen, spielte aber auch Stücke nur mit der Greifhand ohne Ton. Eine Zeit lang spielte ich die gleichen Stücke „rechtsherum“ und „linksherum“. Das half mir technisch sehr viel, weil ich dann besser merkte, warum es gerade noch nicht so gut klappt. 

Sehr wichtig ist es für mich, passende Stücke zu finden. Insgesamt bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass es für mich viel motivierender ist, etwas zu leichte Stücke zu üben die ich noch nie davor gespielt habe. Bei Stücken, die ich schon mal gespielt hatte oder schweren Stücken bin ich oft sehr demotiviert gewesen, weil mein eigener Anspruch, wie es zu klappen und zu klingen hat, einfach zu hoch war,

Dankbar bin ich aber vor allem meinem Cellolehrer, der mich auf meinem Weg begleitet und mir immer wieder hilft, doch wieder eine Motivation zu finden, weiterzumachen.

Was sind die größten Herausforderungen am Umlernen?

Der Umlernprozess fällt mir oft sehr schwer. Mein Gehirn weiß eigentlich, was es tun muss, nur die Finger setzen es leider nicht so perfekt um.

An manchen Tagen komme ich gut damit zurecht und freue mich, dass ich nun mit der Bogenhand alles besser formen kann als früher „rechtsherum“. An anderen Tagen wiederum habe ich einfach keine Geduld mehr, dass es immer noch nicht so klappt und klingt, wie ich es eigentlich gerne hätte. Das kann sehr frustrierend sein.

Spielst du heute überwiegend mit rechts oder mit links?

Zur Zeit übe ich vor allem „linksherum“ und gehe damit auch zum Unterricht. Die meisten Konzerte spiele ich allerdings noch mit rechts weil ich mich mit links noch im Anfängerstadium befinde.

In der Zukunft möchte ich auf jeden Fall nur noch mit einem Instrument Konzerte spielen und üben. Ob das jetzt das Rechtshändercello oder das Linkshändercello sein wird, kann ich zur Zeit noch nicht sagen.

Was hast du durch den Umstieg für dich mitgenommen?

Ich verstehe das System und die Techniken des Cellospielens nun viel besser, weil ich mich so viel damit beschäftigt habe. Somit fällt es mir dann auch leichter, Lösungsansätze zu vermitteln und ich kann mich viel besser in meine SchülerInnen hineinversetzen. 

Außerdem war es technisch und musikalisch für mich eine wertvolle Erfahrung, alles „linksherum“ zu probieren. Dadurch hat sich unter anderem meine Vorstellung, wie ich einen Ton gestalten kann, nochmal grundlegend verändert. Dafür bin ich sehr dankbar!

 

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